Was sind Kryptowährungen?

Kryptowährungen haben besonders im Jahr 2017 einen regelrechten Hype entfacht. Die Kurse zahlreicher digitaler Währungen haben sich vervielfacht, auch wenn Kryptowährungen eigentlich für einen anderen Zweck gedacht sind, als zur Spekulation. Wir möchten im Folgenden darauf eingehen, was Kryptowährungen sind, worum es sich bei Blockchain und Mining handelt, wie der Handel funktioniert, welche Unterschiede es zwischen Coins und Token gibt, welche Akzeptanzstellen existieren und worauf der momentane Hype um Kryptowährungen zurückzuführen ist.

Was sind Kryptowährungen eigentlich?

Kryptowährungen existieren ausschließlich digital. Es kommt kein Bargeld in Form von Münzen oder Geldscheinen zum Einsatz, wie Sie es von Zentralbankwährungen wie dem Euro kennen. Digitale Währungen wurden geschaffen, um eine Alternative zum Zahlungsverkehr der Banken darzustellen. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie nicht von einer zentralen Stelle kontrolliert werden, da sie dezentral aufgebaut sind. Die Kontrolle findet stattdessen von einer digitalen Gemeinschaft statt und nicht von einem einzelnen Institut oder einer Behörde.

Der Begriff Kryptowährungen leitet sich von Kryptographie ab. Mittels dieser werden Informationen verschlüsselt und dadurch vor dem Zugriff Unbefugter geschützt. Bei der digitalen Währung spielt das Verschlüsselungssystem eine sehr große Rolle, denn die Kryptowährungen werden als verschlüsselte Codes digital gespeichert. Die Sicherheit besteht darin, dass eine dezentrale Verteilung auf zahlreiche Rechner bzw. Server vorgenommen wird. Dieser Fakt führt dazu, dass eine Manipulation nahezu ausgeschlossen ist. Die meisten digitalen Währungen haben Blockchains als Grundlage, auf die wir noch näher eingehen werden.

Kryptowährungen können sich im direkten Vergleich mit Zentralbankwährungen unter anderem durch folgende Vorteile auszeichnen:

  • Dezentrale Struktur
  • Keine Kontrolle durch einzelne Institutionen
  • Meist schnellere Transaktionsgeschwindigkeit als Banküberweisung
  • Anonymität der Transaktion
  • Inflationssicherheit durch Begrenzung der Coin Anzahl

Dass Kryptowährungen von ihrer Anzahl schürfbarer Coins her begrenzt sind, ist die Grundlage für den angenommenen Inflationsschutz. Der eingesetzte Algorithmus lässt sich im Nachhinein nicht mehr verändern und daher steht im Voraus fest, wie viele Coins es bei der jeweiligen digitalen Währung maximal geben kann. So ist beispielsweise die Anzahl der bekanntesten Kryptowährung, dem Bitcoin, auf 21 Millionen Krypto Coins begrenzt.

Die Geschichte der Kryptowährungen

Im Herbst 2008 erschien ein, von Satoshi Nakamoto verfasstes, Whitepaper, in welchem die erste praktische Anwendung der Blockchain-Technologie erklärt wurde. Sinn der Sache war es, ein sicheres, alternatives Zahlungsmittel entstehen zu lassen, welches Zahlungen schnell und über Ländergrenzen hinweg, möglichst in Echtzeit, erlauben sollte. Außerdem sollte es dezentral, und somit nicht von einer vertrauenswürdigen Partei abhängig, sein.

Im Jahre 2009 ging der erste Bitcoin Client ans Netz. Initiativ wurden 50 Bitcoin geschaffen und eine Gruppe von Entwicklern widmete sich nun gemeinsam mit Nakamoto (freilich nur über schriftlichen Kontakt) der weiteren Entwicklung. Seit 2011 soll sich der Ideengeber jedoch komplett aus der Entwicklung zurückgezogen haben.

Allerdings weiß niemand etwas über diese ominöse Person. Ob es sich um einen Mann handelt, eine Frau oder gar eine Gemeinschaft, ist nicht bekannt. Es ranken sich daher viele Gerüchte um seine echte Identität, auch gab es bereits einige, die von sich selbst behaupteten, Satoshi Nakamoto zu sein. Vielleicht werden wir es irgendwann erfahren.

Nach und nach kamen neue Kryptowährungen auf den Markt, inzwischen gibt es neben reinen Währungen auch sogenannte Token, die grundsätzlich alles Mögliche beinhalten können, von Stimmrechten bis hin zu Nutzungsrechten für diverse Programme. Dies soll automatische Vorgänge auslösen, wenn bestimmte Vertragsbedingungen eintreten. Und dies ohne jedes menschliche Eingreifen.

Doch was als Technologie hervorragend ist und stetig an Qualität und Einsatzmöglichkeiten hinzugewinnt, funktioniert in der wirklichen Welt nur mühsam. Der Grund dafür ist, dass die meisten Menschen, die sich eine solche Kryptowährung anschaffen, diese gar nicht nutzen möchten, sondern tatsächlich nur auf steigende Kurse spekulieren. Stellen Sie sich vor, Sie hören davon, Kohl wird in der nächsten Zeit stark im Wert steigen. Jede Menge anderer Leute hören das Gleiche und einige investieren tatsächlich in Kohl. Die höhere Nachfrage führt zu einem höheren Preis und dies scheint die Annahme zu bestätigen, dass es sich um ein gutes Anlageobjekt handelt. Also kaufen noch mehr Leute Kohl, was wiederum die Preise ansteigen lässt. Doch von allen Kohlkäufern steigt nun der Anteil derer, die ihn gar nicht essen wollen stark an. Die Spekulationen führen zu erhöhtem Handelsvolumen, kurze Haltezeiten, um von schnellen Kurserhöhungen zu profitieren, entstehen. Und der Preis für Kohl fängt immer mehr an zu schwanken. An einem Tag kostet ein Kohl 2,- Euro, an einem anderen Tag 20,-. Doch wer von uns isst schon einen 20,- Euro Kohl? Vielleicht kann man ihn ja auch in ein paar Tagen für 25,- Euro verkaufen? So kommen selbst die Personen, die eigentlich Kohl essen wollten, in die Verlegenheit, ihn lieber einzulagern, denn schließlich ist er inzwischen wertvoll. Und das Objekt der Begierde wird vom Nutzungs- zum reinen Spekulationsobjekt.

Genau dies ist mit dem Bitcoin geschehen und geschieht ebenfalls mit neuen Kryptowährungen. Denn der Wert wird sehr häufig im Vergleich zum Bitcoin genannt und somit überträgt sich die Volatilität von einem zum anderen.

Wo die Geschichte der Kryptowährungen hinführt, bleibt ganz sicher spannend, vielleicht wird die dahinterstehende Technologie auch für vollkommen andere Einsatzzwecke eingesetzt, doch nur die Zeit wird dies zeigen können.

Was ist der eigentliche Sinn und Zweck von Kryptowährungen?

Kryptowährungen, wie der Bitcoin, wurden nicht geschaffen, um Tradern als Spekulationsobjekt zu dienen. Stattdessen sollen die digitalen Währungen eigentlich eine Alternative zum klassischen Zahlungsverkehrssystem der Banken darstellen. Zudem besteht ein Grundgedanke darin, dass durch spezielle Verschlüsselungsmechanismen gewährleistet wird, dass Coin Bestände nicht manipuliert werden können, die Zahlungsströme aber dennoch anonym bleiben. Der eigentliche Sinn und Zweck der digitalen Währungen, nämlich dem Zahlungsverkehr zu dienen, hat sich allerdings bis heute nur in geringem Umfang realisieren lassen. Dies liegt natürlich auch daran, dass es vergleichsweise wenige Akzeptanzstellen gibt. Vor allem aber an den schwankenden Kursen. Denn wer will schon heute für den Kauf von einem Paar Schuhen Bitcoin ausgeben, die schon morgen das Doppelte wert sein könnten? Auch aus Händlersicht wichtig, denn die Einnahmen und Ausgaben müssen kalkulierbar bleiben.

Die Akzeptanzstellen der Kryptowährungen

Damit Kryptowährungen in Zukunft zu einer echten Alternative zum klassischen Zahlungsverkehrssystem der Bank werden können, sind möglichst viele Akzeptanzstellen zwingend erforderlich. Laut Coinmap.org existieren aktuell weltweit allerdings erst rund 11.800 Akzeptanzstellen, die sich zur überwiegenden Mehrheit in den Vereinigten Staaten und Europa finden. Dies klingt zwar auf den ersten Blick nach einer gar nicht so geringen Zahl. Wenn Sie sich dann jedoch vor Augen führen, dass Sie beispielsweise mit Ihrer Visa- oder Mastercard-Kreditkarte an insgesamt über 30 Millionen Akzeptanzstellen vor Ort und zudem noch auf vielen Tausend Webseiten online bezahlen können, ist die Anzahl der Akzeptanzstellen für Bitcoin & Co. verschwindend gering. Immerhin hat sich das Ausmaß an Akzeptanzstellen insbesondere seit 2014 erhöht. Dies ist sicherlich auch darauf zurückzuführen, dass ab diesem Jahr einige große und weltweit bekannte Unternehmen Zahlungen per Bitcoin akzeptiert haben. Dazu gehören aktuell zum Beispiel folgende Unternehmen:

  • Dell
  • Microsoft
  • Surf Air
  • Lieferando
  • WordPressl

Neben diesen Weltkonzernen sind es insbesondere kleinere Geschäfte vor Ort und Onlineshops, in denen mittlerweile mit der Kryptowährung Bitcoin bezahlt werden kann. Die Anzahl der Akzeptanzstellen muss noch erheblich ausgeweitet werden, damit Verbraucher irgendwann die Möglichkeit haben, tatsächlich relativ flächendeckend mit Kryptowährungen zahlen zu können.

Was ist die Blockchain?

Die Idee der Blockchain ist einfach: Eine Aneinanderreihung von Daten, welche nicht zentral von einer Person erfolgt, sondern deren Richtigkeit und Verkettung durch möglichst viele Teilnehmer, bzw. „Prüfer“ bestätigt, bzw. durchgeführt wird. Diese Prüfmöglichkeit ist bei Kryptowährungen durch ein dezentrales Netzwerk gegeben. Bei diesem Netzwerk darf jeder mitmachen. Alles, was dazu benötigt wird, ist ein Software-Client. Überträgt nun eine Person einen Kryptocoin an eine andere Person, gibt er dies einfach nur im Netzwerk bekannt und die Information wird genau aufgezeichnet. Es wird also für alle sichtbar gemacht, dass Person A einen Coin an Person B übergeben hat. Alle Clients wissen nun: B hat von A einen Coin bekommen und besitzt nun einen Coin. Natürlich möchte niemand, dass jeder weiß, was und wieviel man besitzt. Daher eröffnet ein interessierter Empfänger für seine Coins ein sogenanntes Wallet. Dies kann man als elektronische Brieftasche, oder auch ein Postfach bezeichnen. Die Netzwerkclients sehen also bei jeder Transaktion nur die Nummer (Adresse) des Wallets und zeichnen auch nur diese Informationen auf.

So finden täglich viele Transaktionen dieser Art statt, nämlich jedes mal, wenn jemand Coins kauft, oder verkauft. Um die Datenmenge möglichst klein zu halten, werden die Daten dann mittels Kryptografie verschlüsselt. Dafür kommen verschiedene Techniken zum Einsatz. Diese haben jedoch eines gemeinsam: Sie können viele Daten auf einen einzigen Hashwert, z. B. eine 64 stellige Zeichenfolge verkleinern. Gespeichert wird also von allen Clients nur diese Zeichenfolge, die z. B. besagen kann: Person A hat Person B am 22.02.2015 um 12:35 Uhr und 3 Sekunden einen halben Coin übertragen von der Adresse XXX an die Adresse PPP. Diese Coins kamen zuvor von Adresse hhh. Diese ganzen Informationen würden als Hashwert so aussehen: c8762124409e7f38dd9292c2649f6a809acfdee2fea58f1805d59751b019393

Ist dann eine bestimmte Menge an Daten zusammengekommen, z. B. im Fall von Bitcoin 1 MB, so werden diese Daten zu einem Block zusammengefasst, und ein neuer Block wird begonnen. Nach und nach entsteht so eine lange Kette von Blöcken, die Blockchain. Allerdings gibt es bei unterschiedlichen Kryptowährungen auch noch zusätzliche Bedingungen, die erfüllt sein müssen, damit der Block tatsächlich fertiggestellt werden kann.

Neben der Blockchain arbeiten Kryptografen jedoch inzwischen auch an weiteren Möglichkeiten. Um möglichst viele Transaktionen gleichzeitig durchführen zu können ist die Idee eines „Tangle“, wie das von IOTA entwickelte Konzept, beispielsweise sinnvoller als die reine Aneinanderreihung.

Was ist das Mining?

Mit dem Mining wird ein Rechenprozess bezeichnet, mittels dessen die zuvor erwähnten Blöcke generiert werden. Das Mining basiert darauf, dass ein neuer Block geschaffen wird, in dem sämtliche zuvor vorhandene Transaktionen eingebunden werden. Auf dieser Grundlage wird der Hash-Wert berechnet. Der auf diese Weise neu geschaffene Block wird als Datensatz der Blockchain anschließend hinzugefügt. Damit das Mining funktioniert, werden spezielle Rechner, sogenannte Miner, benötigt. Der besondere Reiz besteht beim Mining für die „Betreiber“ darin, dass für das Lösen der Rechenaufgabe eine Belohnung erfolgt. Diese besteht in neu geschaffenen Coins. Diese Coins, beispielsweise Bitcoins, haben einen bestimmten (Kurs-) Wert, sodass das Mining oftmals gewerblich genutzt wird, um Einnahmen zu generieren. Das Mining ist somit die Grundvoraussetzung für die Funktionsweise der Kryptowährungen, denn gäbe es kein Mining, würde jede durchgeführte Transaktion unbestätigt bleiben.

Der Handel mit Kryptowährungen

Entgegen der eigentlichen Intention werden Kryptowährungen heutzutage in erster Linie zum Handeln genutzt. Um digitale Währungen kaufen oder verkaufen zu können, werden spezielle Cryptocoin Börsen benötigt. Diese stellen eine Handelsplattform zur Verfügung, über die Kryptowährungen gekauft oder verkauft werden können. Zu den großen und bekannten Cryptocoin Börsen zählen beispielsweise:

  • Bittrex
  • Kraken
  • Bitfinex
  • Coinbase
  • Poloniex

Der Handel mit Kryptowährungen erfordert neben der Registrierung auf einer solchen Börse allerdings noch etwas, nämlich ein sogenanntes Wallet. Das Wallet ist im Prinzip eine elektronische Geldbörse, auf der die Coinbestände als Datensatz gespeichert werden. Einige Cryptocoin Börsen bieten gleichzeitig ein Wallet an, oftmals müssen Sie dieses allerdings extern einrichten. Es wird zwischen Online- und Offline-Wallets unterschieden, wobei Experten mittlerweile eindeutig Offline-Wallets favorisieren. Diese zeichnen sich im Vergleich zu Online-Wallets durch eine höhere Sicherheit aus. Die notwendigen Daten und Schlüssel werden nämlich nicht online gespeichert und sind somit vor Hackerangriffen geschützt. Empfehlenswert ist beispielsweise die Einrichtung eines Wallet auf einem sogenannten Ledger. Dabei handelt es sich um eine Art speziellen USB-Stick, der als Offline-Wallet für verschiedene Kryptowährungen dienen kann.

Nachdem Sie die Voraussetzungen für den Handel mit Kryptowährungen geschaffen, also ein Wallet eingerichtet und sich auf einer Cryptocoin Börse angemeldet haben, können Sie bereits einen Kaufauftrag erteilen. Der entsprechende Gegenwert muss entweder als Guthaben auf dem Handelskonto in Euro vorhanden sein oder Sie handeln gegen eine andere Kryptowährung, die Sie in Ihrem Wallet besitzen und zuvor auf die Cryptocoin Börse transferiert haben. Auf diese Weise können Sie digitale Währungen über eine sogenannte Exchange handeln.

Zum direkten Handel der Kryptowährungen gibt es mittlerweile Alternativen, nämlich das reine Spekulieren auf Kurveränderungen. Dies ist insbesondere mittels der folgenden drei Finanzprodukte möglich:

  • Binäre Optionen
  • CFDs
  • Zertifikate

Vor allem der CFD-Handel auf Kryptowährungen erfreut sich in der jungen Vergangenheit großer Beliebtheit. Sie benötigen in diesem Fall nämlich kein Wallet und müssen sich auch nicht auf einer Cryptocoin Börse anmelden. Stattdessen brauchen Sie lediglich ein Handelskonto bei einem CFD-Broker und können mittels sogenannter Crypto-CFDs auf die Kursentwicklung verschiedener digitaler Währungen spekulieren. Ganz ähnlich funktioniert auch der Handel mittels der binären Optionen, wobei Sie dort allerdings stets die Begrenzung der Laufzeit beachten sollten.

Wie zahle ich mit einer Kryptowährung?

Kryptowährungen werden heutzutage zwar meistens von spekulativ eingestellten Tradern zum Handel genutzt, aber natürlich gibt es auch noch die originäre Funktion der digitalen Währungen, nämlich damit zu bezahlen. Dies ist inzwischen an mehr als 1.000 Akzeptanzstellen vor Ort (weltweit) sowie in diversen Onlineshops möglich. Wenn Sie beispielsweise mit dem Bitcoin bezahlen möchten, müssen Sie nichts weiter tun, als die Zahlung von Ihrer Bitcoin Adresse zu initiieren. In der Praxis funktioniert dies mittlerweile häufig einfach per QR-Code, sodass Sie beispielsweise mit Ihrem Smartphone bezahlen können. Befolgen Sie hier einfach die Anweisungen des Händlers.

Insbesondere seit 2014 gibt es bereits einige namhafte Unternehmen, die beispielsweise Zahlungen per Bitcoin ermöglichen, wie zum Beispiel Microsoft, Dell, Wikipedia oder auch Mozilla.

Zu den größeren Onlineshops, in denen Sie ebenfalls mit Bitcoins bezahlen können, gehören unter anderem:

  • Rakuten (Online-Einzelhändler)
  • Lieferando
  • ComputerBase

Da die Akzeptanzstellen ständig ausgebaut werden, macht es Sinn, einfach beim jeweiligen Händler in den akzeptierten Zahlungsmethoden nachzusehen.

Was ist der Unterschied zwischen Coins und Token?

Im Zusammenhang mit Kryptowährungen fallen häufig die zwei Begriffe Coins und Token. Diese beiden Bezeichnungen werden zwar oftmals synonym verwendet, allerdings existieren mehrere Unterschiede zwischen Coins und Token. Als Coins werden in aller Regel die am Markt vorhandenen Kryptowährungen bezeichnet, die oftmals ebenso Cryptocoins genannt werden. Ein weiterer Begriff, der im Zusammenhang mit Kryptowährungen häufig auftaucht, sind Altcoins. Dabei handelt es sich um sämtliche digitalen Währungen außer dem Bitcoin, die als Alternative zur führenden Kryptowährung Bitcoin geschaffen wurden.

Ein wesentlicher Unterschied zwischen Coins und Token besteht darin, dass Coins als digitale Währung bereits eine eigene Blockchain besitzen, Token jedoch meist nicht. Denn diese können Sie sich eher als eine Art elektronischen Vertrag vorstellen. Vielleicht ein kleines Beispiel: Sie sind Hersteller von Mobiltelefonen und möchten ein neues Telefon herausbringen, welches vollständig biologisch abbaubar ist. Da Sie für die Entwicklung noch Geld benötigen, können Sie dafür ein ICO (Initial Coin Offering) organisieren, bei dem Sie „erfundene“ Token verkaufen. Diese können dem Käufer im Prinzip alles Mögliche versprechen. Sie könnten, z. B. ein Recht auf Gewinnanteile darstellen, oder aber ein Recht, das zukünftige Gerät zu einem günstigeren Preis zu erhalten, usw. Am besten vergleichbar sind Token also mit Genussscheinen. Zwar kann theoretisch eine eigene Blockchain dafür genutzt werden, sehr gern wird jedoch mit vorgefertigten Standard-Token, wie dem ERC20 gearbeitet, welcher einfach für die eigenen Zwecke modifiziert werden kann. Der Vorteil: Durch eine grundlegende Standardisierung kann ein solches Token auch von diversen anderen Anwendungen gelesen werden. So könnte man in einer Handy-App sagen, dass der Inhaber eines dieser Token die Software kostenlos nutzen darf, oder gesonderte Features nutzen kann. Auch die Interaktion mit diversen Wallets ist möglich.

ERC20 basiert auf der Ethereum Blockchain. Man setzt also die neuen Token als Information (Vielleicht vorstellbar als Kontobuch) auf die Kette auf. Wird nun ein Token verkauft, „sagt“ man quasi per Befehl Bescheid, dass der Token den Besitzer gewechselt hat, und die Änderung wird im Buch vermerkt. Allerdings handelt es sich dabei nicht um eine eigene Transaktion, die der Blockchain als Einzelnes angehängt wird, sondern nur um eine Veränderung im „Kontobuch“. Dieses wird ohnehin bei der Verarbeitung und Validierung der Blöcke durch die Miner kontrolliert.

Ferner unterscheiden sich Coins und Token darin, dass die Kryptowährung dem Zahlungsverkehr dient, während Token diese Funktion nicht besitzen. Die Ausgabe von Token kann statt eines ICO auch über einen „Token Sale“ erfolgen. Denn je nach Herausgeberland unterscheiden sich die gesetzlichen Regelungen sehr. Während in einem Land für das ICO eine Prospektpflicht herrscht, kann ein Token Sale völlig unproblematisch erfolgen. In Deutschland macht es allerdings keinen Unterschied. Eine Alternative zu Token könnten Crowdfunding-Kampagnen sein. Allerdings gibt es für Token einen wesentlich größeren Markt, da sie bereits während der Entwicklungsphase bereits gehandelt werden können und das Investment nicht fest ist.

In der Übersicht gibt es folgende Unterschiede zwischen Token und Coins:

  • Coins können zum Zahlungsverkehr genutzt werden, Token hingegen nicht
  • Coins besitzen eigene Blockchain, Token nutzen meist fremde Blockchain
  • Token werden auf Coins aufgesetzt, Coins hingegen funktionieren unabhängig
  • Häufig werden Token im Zuge eines ICO ausgegeben, Coins eher selten

Vor allem der CFD-Handel auf Kryptowährungen erfreut sich in der jungen Vergangenheit großer Beliebtheit. Sie benötigen in diesem Fall nämlich kein Wallet und müssen sich auch nicht auf einer Cryptocoin Börse anmelden. Stattdessen brauchen Sie lediglich ein Handelskonto bei einem CFD-Broker und können mittels sogenannter Crypto-CFDs auf die Kursentwicklung verschiedener digitaler Währungen spekulieren. Ganz ähnlich funktioniert auch der Handel mittels der binären Optionen, wobei Sie dort allerdings stets die Begrenzung der Laufzeit beachten sollten.

Wie entstand der Hype rund um die Kryptowährungen?

Die erste Kryptowährung, nämlich den Bitcoin, gibt es mittlerweile seit 2009. Trotzdem sind digitale Währungen erst seit wenigen Jahren wirklich auf etwas breiterer Ebene bekannt. Einen Schub gab es - auch im Hinblick auf die Bekanntheit - insbesondere im Jahr 2014. Zum einen überwand der Bitcoin Ende 2013 zum ersten Mal die 500 Euro Marke. Zum anderen gab es in diesem Jahr einige Weltkonzerne, die Bitcoin als Zahlungsmethoden zuließen. Der aktuelle Hype entstand allerdings vor allem im vergangenen Jahr und ist auf den enormen Kursanstieg zahlreicher Kryptowährungen zurückzuführen.

So stieg beispielsweise der Wert des Bitcoin im vergangenen Jahr (2017) von unter 1.000 auf über 15.000 Euro pro Bitcoin an. Im „Sog“ des Bitcoin stiegen auch die Kurse zahlreicher weiterer Kryptowährungen deutlich, zum Beispiel der Ether Coins (Ethereum) oder des Litecoin. Insbesondere aufgrund dieser teilweisen Kursexplosionen wurden zum einen am Markt immer neue Kryptowährungen vorgestellt, da sich die jeweiligen Urheber davon versprechen, schnelle Wertsteigerungen und Gewinne zu erzielen. Auf der anderen Seite interessieren sich aber auch immer mehr Privatpersonen für den Handel mit Kryptowährungen. Der Grund ist der gleiche, nämlich möglichst schnell viel Gewinn zu machen. Dass dies nicht unrealistisch ist, zeigt der Rückblick auf die Kurse diverser Kryptowährungen. Wenn Sie beispielsweise 2013 lediglich 1.000 Euro in Bitcoins investiert hätten, wären Sie 2017 Millionär gewesen. Doch wo viele Menschen gewinnen, müssen auch viele Menschen verlieren. Denn das Geld wächst nicht am Straßenrand, gewinnt eine Person, verliert eine andere.

Aktuell gibt es immer mehr Experten, die vor dem Platzen einer Spekulationsblase bei den Kryptowährungen warnen. Tatsächlich erlebten die Kurse der weitaus meisten digitalen Währungen zum Jahresanfang 2018 starke Einbrüche um teilweise über 50 Prozent. Daher handelt es sich aktuell um eine sehr spannende Situation. Es wird sich in den nächsten Monaten und Jahren zeigen, ob es sich bei den Kryptowährungen nur um einen vorübergehenden Hype handelt oder es Potenzial für eine langfristig stabile Entwicklung gibt.