Börsen, Wechselstuben & Marktplätze

Was ist Fiat-Geld?

Im Zusammenhang mit Kryptowährungen fällt öfter der Begriff Fiat-Geld. Mit der bekannten Automobilmarke hat die Bezeichnung Fiat allerdings nichts zu tun. Stattdessen wird mit Fiat-Geld laut Definition ein Objekt bezeichnet, welches einerseits keinen eigenen Wert hat, andererseits aber dennoch als Tauschmittel dient. Es gibt auch ein Gegenteil vom Fiat-Geld, nämlich das sogenannte Warengeld. Dieses dient ebenfalls als Tauschmittel, hat aber im Gegensatz zum Fiat-Geld einen Waren- bzw. Materialwert. Klassische Beispiele sind Gold, Silber oder in einigen Bereichen auch der Tabak. Heutzutage ist mit Fiat-Geld insbesondere das Zentralbankgeld gemeint, also unter anderem der Euro oder der amerikanische US-Dollar. Dieses Fiat-Geld hat keinen eigenen Wert und wird quasi aus dem Nichts geschöpft, stellt aber dennoch in den meisten Ländern das einzige gesetzliche Zahlungsmittel dar. Kauft man also eine Kryprowährung, „tauscht“ man Fiat-Geld (z. B. Euro) gegen die jeweiligen Coins.

Wie gelange ich an eine Kryptowährung?

Um mit einer Kryptowährung zu bezahlen oder auf die Kursentwicklung zu spekulieren, müssen Sie zunächst an eine digitale Währung gelangen. Heutzutage gibt es drei unterschiedliche Optionen, wie Sie dies realisiert können, nämlich:

  • Mining
  • Kauf
  • Tausch

Das Mining ist die aufwändigste Variante, denn in diesem Fall müssen Sie mittels Hochleistungsrechnern selbst neue Coins einer bestimmten Kryptowährung generieren. Man unterscheidet zwischen dem sogenannten Solo Mining sowie dem Cloud Mining. Beim Solo Mining sind Sie selbst alleine für das Schürfen der Coins verantwortlich, müssen also Investitionen in die Hardware tätigen. Zudem fällt ein nicht unerheblicher Stromverbrauch an, sodass Solo Mining für die meisten Menschen nicht infrage kommt. Eine Alternative ist das Cloud Mining, bei dem Sie sich an einer Gemeinschaft beteiligen, aber selbst keine Rechenkapazitäten besitzen müssen. Stattdessen kaufen oder mieten Sie Rechenpower, sodass Cloud Mining einem Investment gleicht. Sowohl beim Solo Mining als auch beim Cloud Mining erhalten Sie als Belohnung bzw. Ertrag Coins der jeweiligen Kryptowährungen und gelangen auf diesem Weg an die digitale Währung.

Kauf einer Kryptowährung

Die deutlich häufiger genutzte Alternative zum Mining ist der Kauf von Kryptowährungen. Solche Käufe finden in aller Regel über eine sogenannte Cryptocoin Börse statt, auf die wir im folgenden Abschnitt näher eingehen werden. Voraussetzung für den Kauf ist es, dass Sie auf der entsprechenden Exchange ein Konto besitzen und dieses „aufladen“ also Guthaben in Form von FIAT-Geld (z. B. Euro oder US Dollar) auf das Konto einzahlen. Möchten Sie nun eine bestimmte digitale Währung kaufen, erteilen Sie über die Börse eine entsprechende Order. Nach dem erfolgten Kauf werden die Coins der entsprechenden Kryptowährung zunächst auf dem Konto bei der Cryptocoin Börse verbucht. Empfehlenswert ist es, die Coins anschließend in ein persönliches Wallet zu übertragen.

Eine weitere Möglichkeit, wie Sie an eine ganz bestimmte Kryptowährung gelangen können, ist der Tausch. Ein solcher Tausch findet oftmals ebenfalls über eine Cryptocoin Börse oder auch über eine sogenannte Bitcoin Wechselstuben statt. In diesem Fall erwerben Sie ebenfalls eine digitale Währung, wenden im Gegenzug allerdings kein Zentralbankgeld auf, sondern verkaufen bzw. senden eine andere Kryptowährung. Sie tauschen in diesem Fall demzufolge eine Sorte Cryptocoins gegen eine andere digitale Währung.

Was ist eine Cryptocoin Börse?

Als Cryptocoin Börse werden spezielle Marktplätze im Internet bezeichnet, die den Handel mit Kryptowährungen ermöglichen. Vom Grundprinzip her funktioniert eine solche Cryptocoin Börse (Exchange) wie eine Aktienbörse. Auf der Plattform befinden sich potenzielle Käufer und Verkäufer einer Kryptowährung. Die Cryptocoin Börse selbst stellt in aller Regel lediglich die Handelsplattform zur Verfügung und sorgt für die reibungslose Abwicklung der Käufe und Verkäufe. User können über die Börse ihre Kauf- oder Verkaufgesuche platzieren. Findet sich ein anderer User als Gegenpart, kommt der Handel zustande. In der Regel ist eine geringe Gebühr im Zuge der Transaktion an den jeweiligen Betreiber der Cryptocoin Börse zu zahlen. In aller Regel akzeptieren Cryptocoin Börsen ausschließlich den Bitcoin als „Einstiegswährung“.

Bis dato sind die meisten Cryptocoin Börsen - im Gegensatz zu Wertpapierbörsen - noch nicht reguliert. Allerdings könnte sich dies bereits in diesem Jahr ändern, da einige Staaten bereits darüber nachdenken, den Handel mit Kryptowährungen zu überwachen bzw. zu regulieren.

Zu den bekanntesten Cryptocoin Börsen, auf denen Sie aktuell Kryptowährungen handeln können, zählen unter anderem:

  • Bitfinex
  • Bitcoin.de
  • Bitstamp
  • Kraken
  • CleverCoin

Welche Cryptocoins kann ich auf den großen Exchanges handeln?

Mittlerweile existieren am Markt zwar mehr als 1.100 Kryptowährungen, aber selbst auf den großen Exchanges können in aller Regel selten mehr als 100 digitale Währungen gehandelt werden. Es gibt sogar einige Cryptocoin Börsen, auf denen nach wie vor ausschließlich Bitcoins gehandelt werden können, sodass diese Exchanges auch als Bitcoin-Börsen bezeichnet werden. In der Regel sind es auf den großen Cryptocoin Börsen allerdings mindestens 20 bis 30 Kryptowährungen, die entweder gegen Fiat-Geld oder auch gegen andere digitale Währungen im Tausch gehandelt werden können. Insbesondere die folgenden digitalen Währungen sind auf nahezu jeder großen Exchange zu finden:

  • Bitcoin
  • Ethereum (Ether)
  • Ripple
  • Dash
  • Litecoin

Verschiedene Kryptowährungen kurz erklärt

Wie bildet sich der Wert von Kryptowährungen?

Da digitale Währungen keinen Sachwert besitzen, stellt sich die Frage, wie sich der Kurswert der Kryptowährungen bildet. Im Grunde ist es ausschließlich das Vertrauen der Akteure in die Kryptowährung, die für einen bestimmten Wert sorgt. Dieses Vertrauen besteht darin, dass es möglich ist, für die jeweilige digitale Währung reale Güter zu erhalten. Tatsächlich ist es insbesondere beim Bitcoin so, dass dieser in zunehmendem Umfang von Geschäften, Onlineshops oder größeren Händlern akzeptiert wird. Daraus leitet sich die Hoffnung ab, dass dies zukünftig auch bei anderen Kryptowährungen in größerem Umfang der Fall sein wird. Der Wert bildet sich aufgrund von Angebot und Nachfrage, wobei Spekulationen in diesem Bereich einen sehr hohen Anteil haben. Negative Meldungen zu Kryptowährungen, wie zum Beispiel das geplante Verbot (zumindest in Teilen) in China, wirken sich meistens negativ auf die Kursentwicklung sowie den Wert der Kryptowährungen aus. Auf der anderen Seite können allerdings auch positive Nachrichten dazu führen, dass mehr Menschen in digitale Währungen investieren und die Kurse deshalb steigen.

Was sind Bitcoin Wechselstuben?

Zwar werden meistens alle Marktplätze, über die Kryptowährungen gehandelt werden können, als Cryptocoin Börsen bezeichnet. Korrekt ist dies allerdings nicht, denn bei manchen Anbietern handelt es sich nicht um eine Börse, sondern um eine Bitcoin Wechselstube. Der Bitcoin und andere Kryptowährungen lassen sich also nicht nur über eine Cryptocoin Börse kaufen oder gegen eine andere digitale Währung tauschen, sondern alternativ zur Exchange gibt es auch sogenannte (Bitcoin-) Wechselstuben. Diese werden öfter auch als Tauschbörsen bezeichnet und sind von den reinen Cryptocoin Börsen zu unterscheiden.

Der wesentliche Unterschied zu den Cryptocoin Börsen besteht bei den Wechselstuben darin, dass Sie dort nicht direkt mit anderen Tradern handeln, sondern stattdessen mit der Bitcoin Wechselstube. Sie kaufen also beispielsweise den Bitcoin direkt von der Bitcoin Wechselstube oder können eine Kryptowährung direkt an die Wechselstube verkaufen. Kauf- und Verkauf finden zu einem fixen Preis statt, den die Wechselstube stellt. Der Preis ist eine Kombination aus dem aktuellen Marktpreis und einem geringen Aufschlag. Mit diesem Aufschlag verdienen die Wechselstuben ihr Geld, ähnlich, wie es bei den klassischen Wechselstuben im Ausland für Zentralbankwährungen der Fall ist. In aller Regel erwerben die Wechselstuben Monat für Monat Bitcoins mit einem siebenstelligen Gegenwert, um diese anschließend mit dem bereits erwähnten Aufschlag an potentielle Interessenten zu verkaufen.

Neben dem Handelspartner existieren noch weitere Unterschiede zwischen Cryptocoin Börsen und Bitcoin Wechselstuben, nämlich (Eigenschaften bezogen auf Wechselstuben):

  • Keine Kontoführung und daher keine Kontoführungsgebühren
  • Keine zeitraubenden Formalitäten beim An- und Verkauf der Bitcoins
  • Tausch Bargeld gegen Bitcoins ohne Wallet oder Kryptokonto (es wird eine Wallet beim Anbieter angelegt]
  • Manche Wechselstuben bieten bis zu einem gewissen Betrag Tausch ohne vorherige Registrierung an

Nachfolgend möchten wir noch einige der bekanntesten Wechselstuben nennen. Sie werden vermutlich zum Teil überrascht sein, dass es sich bei den aufgeführten Anbietern um Bitcoin Wechselstuben und nicht um Cryptocoin Börsen handelt, da meistens – fälschlicherweise – von der Bezeichnung her nicht in diese zwei Gruppen unterteilt wird.

  • BTCDirect
  • Anycoin Direct
  • Coinbase
  • LiteBit

Was sind Crypto Broker?

Wer den Bitcoin oder eine andere Kryptowährung nicht zwingend kaufen möchte, sondern wem es ausreicht, auf die Kursentwicklung zu spekulieren, der findet in den sogenannten Crypto Brokern eine Alternative. Als Crypto Broker werden CFD-Broker bezeichnet, die neben den bekannten, klassischen, Basiswerten des CFD-Handels mittlerweile auch Kryptowährungen als Basis anbieten. Bisher konnten interessierte Trader über CFD-Broker mittels der angebotenen Differenzkontrakte ausschließlich auf die Kursentwicklung üblicher börsengehandelter Basiswerte spekulieren, wie z.B.:

  • Aktien
  • Indizes
  • Rohstoffe
  • Devisen

Seit geraumer Zeit entscheiden sich allerdings immer mehr CFD-Broker, auch verschiedene Kryptowährungen als Basiswerte zur Verfügung zu stellen und werden demzufolge als Crypto Broker bezeichnet. Falls Sie über CFD-Broker auf die Kursentwicklung der digitalen Währungen spekulieren möchten, ist es wichtig, dass Sie sich zuvor informieren, welche CFD-Broker bereits als Crypto Broker agieren. Aktuell handelt es sich dabei unter anderem um die folgenden Broker, die bereits Cryptocoins als Basiswerte zur Verfügung stellen:

  • eToro
  • Plus500
  • BDSwiss
  • AvaTrade
  • GKFX

Wie funktioniert der Handel mit Crypto CFDs?

Der Handel mit CDFs funktioniert im Prinzip wie eine Wette. Der Kunde geht davon aus, dass ein Basiswert, z. B. eine Aktie, im Wert steigen wird. Da er jedoch die Aktie gar nicht haben möchte, kann er auf den Kauf verzichten und kauft nur einen CFD-Kontrakt. Der CFD Broker stellt also den Gegenpart zur genannten „Wette“. Angenommen, der Wert steigt tatsächlich, so muss der Broker in dem Augenblick, in dem der Kunde aussteigen möchte, die Differenz an ihn zahlen. Sinkt aber der Kurs, so hat der Kunde den Broker zu entschädigen. Damit sichergestellt ist, dass er dies auch kann, muss bereits beim Kauf des Kontraktes eine Margin (Sicherheitsleistung) hinterlegt werden. Dies sind meist 3-5% des Gesamtwertes. Sinkt also der Kurs so weit, dass die Margin aufgebraucht ist, müsste der Kunde erneut Geld einzahlen. Da aber nun der Wert seines Kontraktes quasi null beträgt, wird die „Wette“ aufgelöst. Verlustpotenzial ist also nur der Betrag in Höhe der Margin.

Statt also teure Aktien zu kaufen, kann hier mit einem Bruchteil des Betrags einer direkten Investition gehandelt werden. Diese Tatsache nennt man „Hebel“. Angenommen, man möchte 1.000,- Euro investieren. Dies entspräche z. B. genau einer Aktie von „Fantasy Company“. Steigt die Aktie nun um 50,- Euro, hätte man bei einem Verkauf (Handelsgebühren außer Betracht gelassen) 5% Gewinn gemacht. Kauft man nun statt der Aktie einen CFD mit dem Basiswert dieser Aktie, so kann man für 1.000,- Euro nicht nur an der Kurssteigerung einer einzigen Aktie verdienen. Stattdessen sind die 1.000,- Euro z. B. die 5% Margin. Gesamtwert des Kontraktes sind also 1.000 : 5 x 100 = 20.000. Der Gegenwert wäre also der von 20 Aktien. Steigt jetzt die Aktie um 50,- Euro, bekommt der Kunde vom Broker (wenn er den Kontrakt beendet) 1.000,- Euro. Dies entspricht einem Gewinn von 100%. Doch sinkt die Aktie nur um 5%, also ebenfalls 50,- Euro, ist die Margin aufgebraucht und der Kontrakt nichts mehr wert - also ein kompletter Totalverlust, wo ein Aktionär immer noch eine Aktie im Wert von 950,- Euro hätte.

Bei Kryptowährungen ist dies genauso. Möchten Sie beispielsweise zwei Bitcoins handeln, beträgt der Handelsgegenwert angenommene 18.000 Euro. Aufgrund des Hebels, der zum Beispiel - je nach Broker - bei 100:1 liegen könnte, müssten Sie von diesen 18.000 Euro Gegenwert jedoch in diesem Fall nur 180 Euro eigenes Kapital aufwenden. Nachdem Sie die Crypto CFDs mit der entsprechenden digitalen Währung als Basiswert gekauft haben, können Sie diese so lange halten, wie Sie es möchten bzw. solange, wie ausreichendes Margin auf dem Handelskonto vorhanden ist. Generell haben Crypto CFDs - wie alle anderen CFDs - nämlich keine Laufzeitbegrenzung.

Was ist der BPI (Bitcoin Price Index)?

Der Bitcoin Price Index (BPI) spiegelt den durchschnittlichen Preis der Kryptowährung Bitcoin wider. An sämtlichen Cryptocoin Börsen, welche bestimmte Kriterien erfüllen, kann der Bitcoin Price Index abgerufen werden. Demzufolge spiegelt der BPI den durchschnittlichen Wert des Bitcoin an den führenden Börsen weltweit wider. Die Aktualisierung findet dabei minütlich statt. Sollte eine der teilnehmenden Börsen den Kurs für den Bitcoin über einen Zeitraum von mehr als 30 Minuten nicht aktualisieren, wird der Preis an dieser Börse nicht mehr für die Durchschnittsberechnung und somit auch nicht für den Bitcoin Price Index verwendet.

Um eine bessere Veranschaulichung zu erreichen, wird die Entwicklung des Bitcoin Price Index in Form eines Charts grafisch dargestellt. So besteht nicht nur die Möglichkeit, übersichtlich den Verlauf des Bitcoin Kurses nachzuvollziehen, sondern darüber hinaus sind der grafischen Darstellungen unter anderem auch Hoch- und Tiefpunkte innerhalb einer bestimmten Periode zu entnehmen. Verschiedene Charts bieten die Möglichkeit, den Bitcoin Price Index beispielsweise für einen Tag, eine Woche, einen Monat oder mehrere Jahre zu betrachten.

Kann ich mit Kryptowährungen ein regelmäßiges Einkommen erzielen?

Dass der Handel mit Cryptocoins und das Spekulieren auf Kursveränderungen der digitalen Währungen äußerst riskant sind, zeigt die Erfahrung der letzten Jahre. Sind die Kurse zahlreicher Kryptowährungen z. B. im Jahr 2017 teilweise dramatisch gestiegen, so verzeichneten viele Cryptocoins in den ersten zwei Monaten des Jahres 2018 zum Teil deutliche Kursrückgänge. Dies zeigt, dass der Handel mit Kryptowährungen äußerst spekulativ ist. Dennoch stellen sich einige Trader die Frage, ob man mit Kryptowährungen ein regelmäßiges Einkommen erzielen kann. Grundsätzlich auszuschließen ist dies nicht, auch wenn natürlich keine Kalkulation möglich ist, mit welchem Einkommen sich rechnen lässt. Ist man auf das passive Einkommen angewiesen, wird es gefährlich, denn ein Totalverlust ist grundsätzlich jederzeit möglich.

Selbstverständlich kann ein Investment in Kryptowährungen auf der einen Seite dazu führen, dass höhere Gewinne erzielt werden. Wer zum Beispiel vor fünf Jahren 1.000 Euro in Bitcoins investiert hat, der wäre heute stolzer Besitzer von über 100.000 Euro. Es handelt sich dabei allerdings im Idealfall um sporadische Gewinne, die nicht die Eigenschaften eines regelmäßigen Einkommens erfüllen können. Zudem gibt es bei Kryptowährungen keinerlei feste Erträge, wie es beispielsweise bei einem Investment in Aktien in Form von Dividenden oder auch bei verzinslichen Geldanlagen der Fall ist. Daher wäre es äußerst gefährlich, bei der Spekulation auf die Kurse der Kryptowährungen davon auszugehen bzw. damit zu kalkulieren, dass auf diese Weise ein regelmäßiges Einkommen zu erzielen wäre.

Eine Ausnahme kann allerdings Mining darstellen. Dort werden Coins generiert und zahlreiche Cloud Mining Anbieter kalkulieren sogar mit festen Erträgen, die der jeweilige Teilnehmer in Abhängigkeit seiner Investitionssumme verbuchen kann. Allerdings hängt die Höhe des Ertragsgegenwertes natürlich in hohem Maße davon ab, welchen Wert (Kursentwicklung) die einzelne digitale Währung hat. Daher bestehen auch beim Mining Zweifel, ob man per Definition tatsächlich von einem regelmäßigen Einkommen in einigermaßen stabiler Höhe sprechen kann. Denn auch der eigene Investitionseinsatz, egal ob in Form der Zahlung an einen Cloudanbieter oder für den Kauf von Hardware (inkl. Stromkosten) – kann bei einem Kurssturz verloren sein.

Cryptocoins als Portfoliobeimischung für Krisenzeiten?

Die Frage danach, ob Cryptocoins als Portfoliobeimischung für Krisenzeiten geeignet sind, ist keineswegs abwegig. Immerhin besteht ein Hauptvorteil der digitalen Währungen im Vergleich zum Zentralbankgeld darin, dass es sich um dezentrale Währungen handelt, die weder von Staaten noch Behörden beeinflusst werden können. Noch wichtiger ist allerdings, dass es bei allen Kryptowährung, die von der Anzahl her begrenzt sind, keine Inflation geben kann. Während beispielsweise die Europäische Zentralbank innerhalb gewisser Regularien uneingeschränkt neues Geld drucken und somit die Geldmenge am Markt erhöhen kann, ist dies bei den meisten Kryptowährungen wie dem Bitcoin nicht möglich. Aufgrund einer technischen Einschränkung ist sichergestellt, dass es nie mehr als 21 Millionen Bitcoins geben wird. Somit besteht keine Inflationsgefahr, wie es bei Fiat-Währungen der Fall ist. Vor diesem Hintergrund betrachtet können Cryptocoins tatsächlich eine Portfoliobeimischung für Krisenzeiten sein, zumal von größeren Wirtschaftskrisen fast immer die Zentralbankwährungen betroffen sind, möglicherweise aber nicht die digitalen Währungen.

Chancen und Risiken von Kryptowährungen

Bevor Sie Kryptowährungen kaufen oder indirekt auf die Kursentwicklung einzelner digitaler Währungen spekulieren, sollten Sie sich mit den Chancen und Risiken auseinandersetzen. Unabhängig von einer möglichen Spekulation auf die Kursentwicklung besteht die größte Chance der Kryptowährungen darin, dass sich zumindest die größten digitalen Währungen zukünftig doch als echte Alternative zum klassischen Zahlungsverkehr der Banken durchsetzen. Aktuell sieht es zwar nicht danach aus, aber immerhin gibt es mittlerweile einige größere Unternehmen, die beispielsweise Zahlungen mittels Bitcoin akzeptieren. Sollten sich einige Kryptowährungen tatsächlich in der Form durchsetzen können, als dass auch auf breiter Ebene Zahlungen vor Ort oder online akzeptiert werden, würde sich dies voraussichtlich sehr positiv auf die Kursentwicklung auswirken.

Das größte Risiko von digitalen Währungen besteht auf der anderen Seite darin, dass Investoren den Glauben daran verlieren könnten, dass zukünftig Zahlungen mit den Kryptowährungen auf breiter Ebene möglich sind. Daran gekoppelt ist zudem die Tatsache, dass Kryptowährungen keinen eigenen Wert besitzen, auch wenn sie sich damit im Prinzip mit den Zentralbankwährungen in guter Gesellschaft befinden. Zudem besteht ein weiteres Risiko darin, dass manche Staaten bereits jetzt überlegen, den Handel mit Kryptowährungen sogar komplett zu verbieten.

Wenn wir uns den Bereich der reinen Spekulation ansehen, besteht die Chance bei Kryptowährungen auf hohe Gewinne in kurzer Zeit. Ein sehr gutes Beispiel stellt das Jahr 2017 dar, denn hier konnten zahlreiche Kryptowährungen eine Performance von mehr als 1.000 Prozent erreichen. Dieser Chance auf hohe Gewinne innerhalb eines kurzen Zeitraumes steht natürlich ein ebenfalls hohes Risiko gegenüber, welches darin besteht, dass die Kurse der Kryptowährungen deutlich fallen können. Der Anfang des Jahres 2018 zeigte bereits, dass solche Risiken nicht nur bestehen, sondern deutliche Kursverluste tatsächlich eintreten können. So haben manche digitale Währungen alleine in den ersten zwei Monaten des Jahres in der Spitze mehr als 40 Prozent an Wert verloren. Unabhängig davon, ob Sie auf die Wertentwicklung der Kryptowährungen spekulieren oder etwas langfristiger orientiert sind und gerne investieren möchten, sollten Sie stets im Hinterkopf haben, dass digitale Währungen mit enorm hohen Risiken, aber auch mit großen Chancen verbunden sind.

Chartanalyse bei Bitcoin & Co.

Da der größte Teil des Handelsvolumens beim Bitcoin, ebenso wie bei den meisten anderen Kryptowährungen, aus reiner Spekulation besteht, nimmt die technische Analyse (Chartanalyse) einen wichtigen Stellenwert ein. Fundamentale Daten zu den einzelnen digitalen Währungen sind aktuell im Bezug auf das Handelsgeschehen weniger von Interesse, da meistens nicht langfristig gedacht und in nur geringem Ausmaß zwischen den einzelnen digitalen Währungen differenziert wird. Die Chartanalyse funktioniert beim Bitcoin und den anderen Kryptowährungen im Prinzip genauso, wie Sie es vielleicht schon aus dem Bereich Aktien oder Rohstoffe kennen.

So wird beispielsweise im Bitcoin Chart dargestellt, welchen Kurswert der Bitcoin zu bestimmten Zeiten hatte. Die Chartanalyse beschäftigt sich damit, ob es in der Vergangenheit markante Kurspunkte gab, an denen sich der Bitcoin Kurs in eine bestimmte Richtung bewegt hat. Ist dies der Fall, können diese Regelmäßigkeiten aus der Vergangenheit genutzt werden, um eine Prognose für die zukünftige Kursentwicklung abzugeben. Da mit Bitcoin und anderen Kryptowährungen häufig sehr kurzfristig gehandelt wird und zwischen Kauf und Verkauf oftmals nur wenige Minuten liegen, kommen bei der Chartanalyse insbesondere sogenannte Tick-Charts oder 5-Minuten-Charts zum Einsatz. Diese liefern äußerst kurzfristige Handelssignale, wobei die technische Analyse natürlich keinesfalls sichere Vorhersagen trifft. Es ist daher empfehlenswert, stets auf Grundlage einer möglichst guten Strategie zu handeln, falls das Ziel darin besteht, durch den Handel mit Kryptowährungen möglichst hohe Gewinne in kurzer Zeit zu erzielen.

Können Kryptowährungen ihren Wert vollständig verlieren?

Ein Kennzeichnen der Kryptowährungen besteht darin, dass diese keinen inneren Wert besitzen. Es handelt sich in dem Sinne nicht einmal um echte Währungen, sondern lediglich um Datensätze, die online vorhanden sind. Daraus wiederum resultiert, dass Kryptowährungen ihren Wert auch vollständig verlieren können. Zwar steht mittlerweile auch hinter dem Zentralbankgeld kein realer Wert mehr, da die Währungen nicht mehr - wie früher - mit Gold gedeckt sind. Dennoch würden natürlich in Krisenzeiten sowohl Staaten, als auch Zentralbanken eingreifen, um einen eventuellen deutlichen Wertverfall einer Währung zu stoppen. Diese Mechanismen gibt es bei Kryptowährungen nicht, zumal mittlerweile über 1.100 einzelne digitale Währungen existieren. Daher sollten Sie als Investor und Spekulant stets im Hinterkopf behalten, dass einzelne Kryptowährungen jederzeit ihren Wert vollständig verlieren können.